Bauernprotest_in_Ber_63483894.jpg
 (Foto: Paul Zinken/dpa)

Traktoren rollen von Brandenburg nach Berlin.

Aus Ärger über die Agrarpolitik der Bundesregierung wollen an diesem Dienstag mehrere Tausend Bauern aus ganz Deutschland in Berlin demonstrieren. Zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor (12.00) erwarten die Veranstalter 10 000 Teilnehmer und rund 5000 Traktoren, die in einer Sternfahrt in die Hauptstadt rollen. Der Protest richtet sich unter anderem gegen geplante schärfere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz und weitere Düngebeschränkungen zum Schutz des Grundwassers. Dadurch würden landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet, kritisieren die Initiatoren.

Zu den Demonstranten reden wollen auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Klöckner erläuterte, viele Bauern fühlten sich von der gesellschaftlichen Diskussion in die Ecke gestellt und pauschal als Umweltverschmutzer oder Tierquäler verunglimpft. Es gehe ihnen daher auch um mehr Wertschätzung, schrieb sie in einem Brief an die Unionsfraktion. Die Ministerin betonte zugleich: "Wer zu lange wartet oder sich gegen Veränderungen und Anpassungen wehrt, den ereilen die Notwendigkeiten umso heftiger." Für den 2. Dezember hätten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und sie rund 40 Landwirtschaftsorganisationen zum Gespräch geladen.

Bauernprotest_in_Nas_63485156.jpg
 (Foto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/d)

Zu der Kundgebung aufgerufen hat die Initiative "Land schafft Verbindung", in der sich Zehntausende Bauern zusammengefunden haben. Mitte November gab es schon Proteste bei der Umweltministerkonferenz in Hamburg, im Oktober fuhren Bauern in mehrere Städte, allein 6000 nach Bonn. Im Berliner Stadtgebiet wird wegen der An- und Abfahrt der Traktoren an diesem Dienstag mit größeren Verkehrsbehinderungen gerechnet.

Quelle: dpa